Monthly Archives: November 2010

26Nov/10

Platzt das U-3-Ausbauprogramm in Erkrath?

Mit dem Nachtragshaushalt des Landes NRW geht es auch um den Ausbau von Plätzen von unter dreijährigen Kindern in Erkrath. Denn im Entwurf zum Nachtragshaushalt 2010 des Landes NRW sind bereits 150 Millionen Euro für ein Sofortprogramm zur Förderung von Betreuungsplätzen für Kinder unter drei Jahren eingestellt. Darüber hinaus hat die Landesregierung jetzt weitere 370 Millionen Euro im Rahmen einer Ergänzungsvorlage zum Nachtragshaus­halt beschlossen.

 Mit dieser Rücklage will die Landesregierung finanzielle Vorsorge nach dem Urteil des Verfassungsgerichtshofs in Münster vom 12. Oktober 2010 schaffen. Darin hatten die NRW-Verfassungsrichter der früheren Landesregierung bescheinigt, den Kommunen beim U 3-Ausbau keine angemessene finanzielle Unterstützung geleistet und damit das Konnexitätsprinzip verletzt zu haben.

„Mit den zusätzlichen Mitteln wollen wir den dringend notwendigen U 3-Ausbau, der von der ehemaligen Landesregierung über Jahre hinweg schlicht und ergreifend unterfinanziert war, endlich voranbringen und die Kommunen entlasten“, erklärte die nordrhein-westfälische Familien­ministerin Ute Schäfer. Zu einer größeren finanziellen Unterstützung der Kommunen für den Ausbau der U 3-Betreuung durch das Land gebe es keine Alternative. Das habe auch der Verfassungsgerichtshof in Münster mit seinem Urteil deutlich gemacht.

„Die Eltern in Nordrhein-Westfalen wollen und haben ab dem Jahr 2013 einen Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz ab dem vollendeten ersten Lebensjahr ihres Kindes. Dafür brauchen die Kommunen zusätzliche Mittel. Wir wollen mit ihnen gemeinsam im Rahmen der jetzt anstehen­den Konnexitätsgespräche eine solide und verlässliche Finanzierung des Ausbaus vereinbaren. Deshalb muss das Land jetzt handeln“, sagte Schäfer.

 Die aktuelle Bundesstatistik für 2010, bei der die unter dreijährigen Kinder in den Kindertageseinrichtungen jeweils im März eines Jahres erfasst werden, habe Nordrhein-Westfalen beim Ausbau der U 3-Betreuung den letzten Platz im Bundesländervergleich attestiert. Das sei ein Armutszeugnis der ehemaligen Landesregierung, das sich auch bei der Zählung in rund 3 Monaten im März 2011 erneut bemerkbar machen werde. Die ehemalige Landesregierung habe auch für das bereits am 1. August 2010 begonnene Kindergartenjahr zu wenig Mittel in den Ausbau investiert. „Das werden wir jetzt ändern und dann endlich auch in der März-Zählung 2012 im Ländervergleich der Bundesstatistik deut­lich aufholen“, versprach die Ministerin.   

 Davon ist auch Erkrath betroffen, denn auf der Liste der 2010 zu fördernden Einrichtungen stehen auch drei aus unserer Stadt (In den Birken, Schliemann­straße, Kreuzstraße) mit insgesamt 15 Plätzen sowie mit einer Verpflichtungs­ermächtigung für 2011 weitere 14 Plätze in dem AWO-Kindergarten in Kempen.

Das Sofortprogramm für den Ausbau von U 3-Plätzen in Höhe von 150 Milli­onen Euro des Nachtragshaushalts steht den rund 1.300  Kindertages­ein­richtungen zur Verfügung, die zu den Härtefällen zählen. Die 1.300 Härtefälle waren durch einen plötzlichen faktischen Bewilligungsstopp der ehemaligen Landesregierung für bereits begonnene Maßnahmen zum Ausbau von U 3-Plätzen entstanden.

SPD-Fraktionschef Detlef Ehlert hat daher die Verwaltung gebeten in der nächsten Sitzung des Ju­gend­hilfeausschusses am 30. Nov. darzustellen, welche Bewilligungs­be­scheide für Erkrath bereits vorliegen bzw. inwieweit die beantragte Förderung in Höhe von insgesamt 368.000 Euro nur über die Beschlussfassung des Nach­­tragshaushaltes im Landtag NRW sicher­gestellt werden kann.

Ehlert bittet ferner um eine Einschätzung der Verwaltung für den Fall, dass der Landtag den Nachtragshaushalt am 16. Dez. nicht beschließen sollte: Wie kann es dann mit dem Ausbau der Plätze für unter Dreijährige in Erkrath weiter gehen?

Dieser Punkt soll auch in der Ratssitzung am 16. Dez. mit Wirkung auf den Haushalt 2011 und den Finanzplanungszeitraum dargelegt werden, fordert Detlef Ehlert abschließend.

19Nov/10

Bürger finanzieren städtische Investitionen mit privaten Darlehn

„Stell‘ Dir vor, die Stadt braucht Geld für eine Mensa, einen Spielplatz, hat aber Ebbe in der Kasse. Warum nicht die Bürger fragen und um einen – verzinslichen – Kredit für solche Projekte bitten?“ Das muss die Idee in Willich gewesen sein, die der Bürgermeister dort in ein echtes Projekt umgesetzt hat.

Denn derzeit macht die Aktion der Stadt Willich in den Medien Schlagzeilen, die eigenen Bürgerinnen und Bürger um Kredit für die Finanzierung städtischer Investitionen zu bitten.

Willich lobt eine Verzinsung von 3,6 Prozent und eine ratierliche Rückzahlung über 20 Jahre aus (sh. auch www.heimatinvest.de/content/willich)

Ratsmitglied Peter Urban und Fraktionsvorsitzender Detlef Ehlert von der SPD haben diese Idee jetzt aufgegriffen. Sie haben den Erkrather Bürgermeister und den Stadtkämmerer gebeten, eine solche Aktion „Heimatinvest“ in und für Erkrath zu prüfen.

„Uns ist dabei bewusst“, schreibt Ehlert, „dass die regulären Kreditmarktzinsen für städtische Darlehnsaufnahmen aktuell durchaus unter dem in Willich zugesagten Zinssatz liegen könnten. Allerdings sollte das Wecken und Einbringen bürgerschaftlichen Engagements und ggf. darüber vermittelt auch das Gewinnen zusätzlichen Sponsorings durch die Einwohner einer Stadt für ihr Gemeinwesen nicht außer Acht gelassen werden“.

Im nächsten Haupt- und Finanzausschuss am 9. Dezember soll die Verwaltung darüber berichten.

12Nov/10

„Unterm Strich“- Buchlesung von Peer Steinbrück im Hildener Bahnhof

„Kritik darf nicht überspringen in Verachtung“Immer mehr Menschen strömen in das schmucke Restaurant im Hild

ener Bahnhof. Stühle müssen herbei geholt werden. Doch für einen Teil der fast 200 Besucher bleibt schließlich nur ein Stehplatz. Peer Steinbrück liest. Doch das ist nur der Anlass.

„Unterm Strich“ heißt das Buch, das Steinbrück im Jahr nach seiner Zeit als Bundesfinanzminister geschrieben hat, zum einen über die Vorgänge rund um die Finanzkrise. Aber es geht um viel mehr: um Parteien, um Demokratie und um Medien.

Peer Steinbrück zeigt, dass es doch noch Menschen gibt, die sich für Politik interessieren. Die an einem Sonntag Vormittag sich aufmachen zu einer Lesung aus einem politischen Buch. Und die auch zwei Stunden später noch nicht Lust haben, nach Hause zu gehen, die weiter reden, weiter diskutieren wollen.
Das Lesezeichen in dem Buch, das ein junger Mann vor sich auf den Tisch gelegt hat, zeigt, dass er schon fast durch ist mit den 480 Seiten „Unterm Strich“. Ein paar Passagen liest Peer Steinbrück auch vor, aber es ist vielmehr das Gespräch, das er mit dem Moderator Dieter Schneider-Bichel von der NRZ führt, das die Zuhörer fesselt.

Der Journalist kann es sich nicht entgehen lassen, die in den Medien aufgebrachte „K-Frage“ zu stellen, die nach dem Kanzlerkandidaten. „Absurd“ findet Steinbrück die Diskussion „ein Jahr nach einer verlorenen Wahl“. Das aber sei das Spiel der Medien. Und die Zeugen einer solchen Diskussion sollten ja nicht vergessen: Eine Diskussion, die für einen Kandidaten geführt werde, die richte sich schließlich ja auch immer gegen jemanden. Der Kandidat der SPD solle ein Jahr vor der nächsten Wahl bestimmt werden. Und bis dahin sei noch viel Zeit.
„Die Krise ist noch nicht vorbei. Aber vielleicht haben wir das Gröbste hinter uns.“ Der Satz, der eigentlich der Finanzkrise gilt, könnte aus Steinbrücks Sicht auch für die SPD stehen. „Die SPD wird nicht wieder mehrheitsfähig, indem sie Minderheitsthemen addiert“, sagt Steinbrück. Sondern seine Partei müsse auch den „Lasteseln des Sozialstaates“, den Menschen, die die Steuern zahlten, größere Angebote machen.

Er nehme wahr, dass die politische Klasse als langweilig empfunden werde, dass Menschen, die in Parteien Karriere machen, nicht unbedingt die sein müssen, die bei der Bevölkerung ankommen.
Peer Steinbrück aber warnt ausdrücklich: „Parteien-Kritik darf nicht überspringen in eine breit angelegte Parteien-Verachtung“. Die Verhöhnung der Parteien in der Weimarer Republik sei ein warnendes Beispiel dafür, wohin diese Tendenzen führen könnten.

Dennoch müsse die Politik bereit sein, sich zu öffnen, ihre Selbstbezogenheit verlassen. „Parteien sind im letzten Jahrhundert stehen geblieben“, wobei der SPD-Mann die Grünen ausnimmt. Deren Umfrage-Hoch sieht Steinbrück unter anderem darin begründet, dass die Grünen in allen Lagern Wähler gewinnen könnten, bei Konservativen ebenso wie bei Sozialdemokraten und Liberalen.

Politik und Medien: Eheähnliches Verhältnis

Peer Steinbrück widmet dem Verhältnis von Politik und Medien im Buch wie der Lesung im Hildener Bahnhof viel Zeit: „Jedes Thema wird behandelt wie ein Bundesligaspiel“, sagt er, „es geht ímmer um die Frage, wer gegen wen?“ Wer der Sieger sei und wer der Verlierer.

Steinbrück hat eine Personalisierung, Skandalisierung und eine Banalisierung ausgemacht. „Das geht zu Lasten der Inhalte“. Zeitungen wie Sender seien mehr und mehr von Auflage und Quote abhängig, was zu einer „Ökonomisierung der Medien“ geführt habe.

Politik und Medien leben dem früheren Minister zufolge in einem „eheähnlichen Verhältnis“, sind aufeinander angewiesen. So komme es immer mehr zu Schau und Show, dazu, dass Politiker sich selbst inszenierten und Medien nicht mehr nur Nachrichten vermeldeten, sondern sogar selbst konstruierten, weil sie nun mal immer wieder etwas Neues vermelden müssten. Unterm Strich – eine gefährliche Tendenz.

Zugleich aber gebe es in Deutschland noch beispielhaften Qualitätsjournalismus verbunden mit einer lokalen Verankerung, der besser sei als in den meisten europäischen oder nordamerikanischen Ländern.
Immer wieder beklagten Medien, dass Politiker der Gegenwart konturenarm seien, keinen Klartext mehr redeten. „Wenn sie dann aber Klartext reden, dann werden sie von den gleichen Medien vorgeführt“, zeigt Steinbrück auf. Genau das aber führe dazu, dass ein Politiker, der das drei- oder viermal erlebt habe, immer angepasster und in seinen Aussagen immer risikoärmer würde. So hätten die Medien dann die Figur erschaffen, die sie selbst beklagten.

Nach zwei Stunden Politik im Hildener Bahnhof muss Moderator Schneider-Bichel abbrechen, damit Peer Steinbrück noch die Bücher signieren kann, die viele der Menschen gleich von zu Hause mitgebracht haben.

 

11Nov/10

Schulentwicklungsplan auf den Weg gebracht

Der Schulausschuss hat am Dienstag in großem Einvernehmen den Auftrag zur Erarbeitung des Bildungsberichtes für Erkrath 2011-2016-2021 an die Bildungsplaner Dr. Garbe Consult, Leichlingen, frei gegeben.

Jetzt können die Datenerhebungen zur Bevölkerungszahl, insbesondere zu Kindern und Jugendlichen in Erkrath, aufgenommen werden, jetzt können Elternbedarfe für Schulen und Schulformen sowie Ganztagsbetreuung erfragt und dem konkreten Raumangebot in den vorhandenen Gebäuden gegenüber gestellt werden.

Bis zu den Osterferien werden die Vorarbeiten abgeschlossen sein und die Abstimmung über Schlussfolgerungen und Empfehlungen mit den Schulen, mit den Eltern, mit Verwaltung und Politik durchgeführt werden. Spätestens im Juni/Juli – rechtzeitig immerhin vor der Sommerferienzeit – soll der Abschlussbericht als Schulentwicklungsplan (SEP) dann auf den Tisch kommen.

09Nov/10

Stadtentwicklungskonzept Erkrath: Jetzt wird’s ernst…

Dafür sollten Sie sich einen Knoten ins Taschentuch machen: Am 2. Dezember, 19.00 Uhr, beginnt der Auftakt für die Bürgerbeteiligung am Stadtentwicklungskonzept.

Im Bürgerhaus Hochdahl wird von der Stadtverwaltung und dem Fachplanungsbüro, das die Erarbeitung des Konzepts gestalten soll, zunächst aufgezeigt, um was es geht und wo es hingehen könnte mit unserer Stadt. Auch das „wie“ wird dargelegt. Welche Beteiligungsformen für die Bürgerinnen und Bürger – direkt, schriftlich und übers Internet – vorgesehen sind, welche Foren – ortsteil- und themenbezogen – geplant werden, wird vorgestellt.

Machen Sie mit, mischen Sie sich ein, denn es geht um Ihre Stadt, es geht um Ihre Zukunft!

07Nov/10

Tina Schlebusch 25 Jahre bei der Feuerwehr Erkrath

Tina Schlebusch hat eine, nein, zwei, drei, vielleicht sogar vier ganz große Leidenschaften. Die erste ist, dass sie für Feuerwehr schwärmt. Aber eben nicht nur aus der Ferne. Sondern Tina war eine der ersten Frauen im Land, die ihr Interesse an Menschenrettung und Brandschutz auch konkret umsetzte und sich bei der Feuerwehr engagierte.

Dies in einer „Männergesellschaft“ zu tun, war 1985 nicht eben einfach. Gemeinsam mit ihrer Kollegin Gesine Kieselbach, heute eine der ranghöchsten ehrenamtlichen Feuerwehrfrauen im Lande, wagte sie den Sprung und sie machten bei der freiwilligen Feuerwehr Erkrath mit. 

Natürlich sind die Beiden, zumal in Erkrath, längst „voll integriert“. Kieselbach hat einen der drei Erkrather Züge der Feuerwehr eigenverantwortlich geführt, längst haben sie durch ihr Vorbild weitere Mädchen und Frauen für die Feuerwehr interessiert und in die Truppe hinein gelockt.

Guido Vogt, Vorsitzender des Vereins der Freiwilligen Feuerwehr und sonst auch im Hauptberuf als Chef der hauptamtlichen Erkrather Feuerwehr unterwegs, lobte die beiden Frauen wie ihren gleichfalls 25 Jahre im Dienst der Feuerwehr tätigen Kollege Ingo Rütjeroth für ihr Engagement.

Nun wäre noch die zweite und und und … Leidenschaft der Tina Schlebusch aufzuklären. Sozialdemokratin ist sie und war nicht nur Ratsmitglied und Vorstandsmitglied in Hochdahl für die SPD, Saxophon spielt sie und last, but not least ist da noch ihr Mann, Heinz Schlebusch, selber bei der Feuerwehr längst „Urgestein“.  

Mehr steht in der WZ: www.wz-online.de/?redid=991266

04Nov/10

Rheinische Post langt im Schulstreit zu

Die größte Lokalzeitung vor Ort schreibt heute von „überraschtem Gehabe“ und „Effekthascherei“ bei SPD und Grünen, weil diese sich gegen den Zwangsverbund der Bavierschule mit der Grundschule Falkenstraße wenden.

Dabei vermengt die Zeitung unterschiedliche Sachverhalte, die auseinander zu halten sind.

SPD und Grüne haben immer dafür gestritten, die Frage der Zukunft der Erkrather Grundschulen im Gesamtzusammenhang des Schulentwicklungsplans (SEP) zu untersuchen und zu entscheiden.

Die Bevölkerungsentwicklung ist in Erkrath insgesamt rückläufig. Das deutet darauf hin, dass die Zahl der derzeit vorhandenen Schulen zu groß sein oder werden dürfte.

Ob allerdings und wann die anlaufende Bebauung der Neuen Mitte welche Auswirkungen auf die zu beschulende Zahl der Kinder in Alt-Erkrath haben wird, ob der anhaltende Trend zu mehr Ganztagsbetreuung zu mehr Raumbedarf in den Grundschulen führen wird und wie das abzudecken wäre, sind zwei der wesentlichen Komplexe, die der SEP aufarbeiten muss.

Dabei wird nicht nur der Gesichtspunkt optimaler „Schulbetriebsgrößen“ eine Rolle spielen, sondern auch die Wirtschaftlichkeit der Unterhaltung und des Betriebs entsprechend vieler Schulgebäude.

Ferner gilt es die Notwendigkeit zu bedenken, die den Schulen angegliederten Turnhallen weiterhin für Schul- und Vereinssport anbieten zu können. 

Deshalb ist in einem Gespräch der Fraktionen mit der Verwaltung der Untersuchungsrahmen des Schulentwicklungsplans unter anderem darauf abgestellt worden. Daher lautet eine der zu untersuchunden Fragen, ob, wann, wie und gegebenenfalls wo eine Zusammenführung der beiden Städtischen Gemeinschaftsgrundschulen in Alt-Erkrath sinnvoll sein kann.

Das ist eine auf die mittlere Zukunft gerichtete Fragestellung.

Im Schulausschuss und Rat wird demgegenüber seit dem Frühjahr letzten Jahres darum gerungen. ob die Bavierschule bei entsprechend ausreichender Anmeldezahl (von mindestens 18 Kindern) eine eigene erste Klasse als eigenständige Schule bilden soll. Bis zum November letzten Jahres haben das alle Fraktionen außer der BmU so gewollt.

Noch im September diesen Jahres, also vor gerade einmal zwei Monaten, hat auch die BmU in einem gemeinsamen Antrag mit SPD und Grünen mit genau dem Inhalt beschlossen, dass die Bavierschule selbstständig im nächsten Schuljahr fortgeführt werden solle. Das war die Geschäftsgrundlage für die Eltern, die ihre Kinder in Alt-Erkrath anmelden wollten. Und dass genau das jetzt auch eingehalten und umgesetzt werden soll, war und ist Position der SPD jetzt im Rat gewesen. Was daran Effekthascherei sein soll, bleibt ein Geheimnis der RP.

Besonders traurig allerdings ist, dass die Zeitung zum Schluss ihres Artikels auch noch zu Angriffen unter anderem gegen den Sprecher der SPD, Detlef Ehlert, auf unterstem Niveau übergeht. Ihm wird vorgeworfen, sich an der Debatte zu beteiligen, obwohl er befangen wäre. Das ist er ausdrücklich nicht, denn dass Ehlerts Tochter in die Falkenstraßenschule geht, ist weder nach dem Gesetz (der Gemeindeordnung) noch nach irgendwelchen anderen Vorschriften ein Grund zur Befangenheit.

Dass ausgerechnet Ehlert sich im Übrigen von solchen persönlichen Verhältnissen „zu seinen Gunsten“ in seiner Meinungsbildung beeinflussen lassen würde, ist bislang nicht mal seinen politischen Widersachern bei CDU und FDP eingefallen. Auf die Idee ist nur die RP gekommen. Ob das nicht tatsächlich Bände spricht, wie der RP-Artikel seinen Beitrag enden lässt?

Der nachfolgend zu lesende Artikel in der Rheinischen Post, RP online, am 4. Nov. 2010: www.rp-online.de/duesseldorf/mettmann/nachrichten/mettmann/Schulen-Aus-Drei-mach-Zwei_aid_926020.html

Schulen: Aus Drei mach Zwei

VON OLIVER WIEGAND – zuletzt aktualisiert: 04.11.2010

Erkrath (RP) In Zukunft wird es in Alt-Erkrath nur noch zwei Grundschulen geben. Die Bavierschule fusioniert trotz heftiger Proteste mit der Falkenstraße. Eine neue Schule könnte unter einem Dach entstehen.

Die Erkrather Schullandschaft wird sich in den nächsten Jahren verändern. Die Grundschulen Bavierschule und Falkenstraße bilden nach dem Beschluss von Rat und Schulausschuss einen Verbund. Damit ist vorerst sicher gestellt, dass der Standort der Bavierschule an der Düsselstraße erhalten bleibt. CDU, FDP und BmU stimmten dafür, SPD und Grüne sind gegen die Fusion.

Klassen von Eltern beaufsichtigt

Spätestens im Mai 2011 wird der neue Schulentwicklungsplan fertig sein. Darin sind Prognosen über die Schülerzahlen in allen Erkrather Stadtteilen enthalten. Zu erwarten ist, dass es in Alt-Erkrath trotz Neubaugebiet Posemarré nur zwei Grundschul-Standorte geben wird. Aller Voraussicht nach werden die jetzt zusammen gelegten Grundschulen in nicht mehr allzu weiter Zukunft unter einem Dach arbeiten. Das Gebäude hat die Stadt schon. Die Hauptschule an der Freiheitstraße wird in drei Jahren geschlossen.

Bis dahin kommt auf die fusionierten Grundschulen viel Arbeit zu. Die Lehrer an der Falkenstraße machen keinen Hehl daraus, dass sie gegen einen Verbund sind. Weil die Direktorin länger erkrankt ist, arbeite man nun an den Grenzen der Kapazitäten. Teilweise würden die Klassen nur von Eltern statt von Lehrern beaufsichtigt, merkte eine Mutter in der Debatte des Rates an.

Schwierig, aber nicht unmöglich wird es, die pädagogischen Konzepte zu vereinen. An der Falkenstraße wird nach Montessori unterrichtet, die Bavierschule ist Regelschule. Bis zum Verbund haben beide fast ein Jahr Zeit. Lehrer und Schulpflegschaften werden sich aneinander gewöhnen müssen und konstruktiv den Verbund umsetzen. Jammern und wehklagen nützt nun nichts mehr, es muss in die Hände gespuckt werden. Zum Jammern war allerdings die so genannte „Debatte“ des Rats. Es brauchte eine fast zwei Stunden lange Diskussion, bis ein selbst ernannter „Hobby-Politiker“ mit ein bisschen Wahrheit herausrückte.

Lehrer Bernhard Osterwind (BmU) fasste sich ein Herz und erklärte den vielen Eltern, Lehren und Zuschauern in der Stadthalle eher beiläufig, dass der Verbund längst bei einer „interfraktionellen Runde“ hinter verschlossenen Türen besprochen worden ist. Das überraschte Gehabe der Grünen und der SPD, warum die BmU denn nun plötzlich für einen Verbund sei, war also nichts als billige Effekthascherei. Wozu also vor Publikum eine „Diskussion“ aufgeführt und so getan wird, als könnten Argumente vorher gefasste Entschlüsse verändern, bleibt ein Rätsel.

Ebenso rätselhaft bleibt auch, warum sich Detlef Ehlert (SPD) und Peter Knitsch (Grüne) mit langatmigen Beiträgen beteiligen, obwohl sie aufgrund allseits bekannter familiärer Beziehungen in den Zusammenschluss der Schulen involviert sind. Die barsche Art und Weise, mit der Schulausschuss-Vorsitzender Andreas Kuchenbecker (Grüne), entsprechende Vorwürfe von Inge Berkenbusch (FDP) zurückwies, sprach Bände.

03Nov/10

Mit dem Aufatmen ist es vorbei: CDU/BmU drehen Grundschuleltern eine lange Nase

Zum Wochenende hatte sich große Zufriedenheit bei den Eltern der zum nächsten Schuljahr einzuschulenden Kinder in Alt-Erkrath verbreitet: Das Anmeldeverfahren hatte stabile Zahlen in allen drei Grundschulen in dem Ortsteil gebracht (sh. auch nachfolgenden Artikel). Zuversicht herrschte bei allen Schul-Beteiligten, dass der Stadtrat nunmehr seine mit dem Beschluss zum Anmeldeverfahren verbundenen Versprechen einlösen werde, dass die Bavierschule bei mindestens 18 Anmeldungen weiter selbstständig bleiben könne.

Doch das erwies sich als Irrtum. Statt Verlässlichkeit und Worttreue zu beweisen, schwenkte die CDU gegenüber ihrer bis vor kurzem noch zur Schau getragenen Überzeugung, die Bavierschule erhalten zu wollen, um. Im Verein mit FDP und der BmU reduzierten sie die Bavierschule zum Anhängsel der Grundschule Falkenstraße und drückten eine neue Beschlusslage des Rates durch, nach der beide Schulen zum kommenden Schuljahr einen Verbund bilden sollen.

Detlef Ehlert hatte zuvor für die SPD darauf hingewiesen, dass die Geschäftsgrundlage, genauer noch: die Rechtsgrundlage für die Eltern durch den Ratsbeschluss vom 7. September dieses Jahres für die Anmeldung genau das war: Kommt die Bavierschule auf mindestens 18 Kinder, bleibt sie eigenständig, schaffe sie das nicht, müsse über einen Verbund oder ihre Auflösung nachgedacht werden. Diese rechtliche Ausgangslage habe nicht nur für die an der Bavierschule interressierten Eltern bestanden sondern auch für diejenigen, die ihre Kinder zur Montessorigeprägten Falkenstraßenschule schicken wollten. Genützt hatte das alles nichts.

Obwohl beide betroffenen Schulen keine regulären Schulleitungen haben und ihre personelle Besetzung in den Kollegien derzeit schon sehr eng ist, müssen sie nun die Zusammenführung ihrer sehr unterschiedlichen pädagogischen Ansätze – die eine wie vermerkt nach Maria Montessori jahrgangsübergreifend vom ersten bis zum dritten Schuljahr unterrichtend, die andere nach klassischen „Regel-Prinzipien ausgerichtet – unter einen Hut bringen. Nach der Beschlusslage der Schulgremien der Falkenstraße, die auch in dem neuen Verbund eine deutliche Mehrheit stellen werden, wird auf dem das Montessori-Emblem prangen.

Wie die Schulgemeinde an der Düsselstraße, wo die Bavierschule sitzt, damit umgehen wird, muss sich noch erweisen.

Ob die insofern neue Mehrheit in der Politik, die das herauf beschworen hat, nun auch noch den bisherigen Konsens des Stadtrates auflösen wird, dass der neue Schulentwicklungsplan die Zukunft insbesondere der Alt-Erkrather Grundschullandschaft umfassend untersuchen und mit dem Ziel zur Entwicklung zweier Grundschulsysteme beleuchten soll, steht dahin.

Einen Auftrag an die Verwaltung, vorab den Trend zu weiteren Ganztagsgrundschulplätzen zu erfragen und Vorschläge zur Ausweitung des Angebotes zu machen, hat die neue Mehrheit erst einmal nicht beschließen wollen, sie lehnte einen entsprechenden Antrag der Grünen ab…