Daily Archives: 8. November 2011

08Nov/11

Westdeutsche Zeitung schreibt über Neanderland und den Hochpfad dort:

Masterplan: Ende 2014 geht’s hoch hinaus

Von Arnulf Ramcke

mit einem Kommentar von Arnulf Ramcke

Die Planung für den Masterplan ist fast fertig. Die Öffentlichkeit wird im Dezember über Details informiert.

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Großbild nn
Noch eine Computeranimation: Der Hochpfad ist das zentrale Element des Masterplans – und bei den Gegnern besonders umstritten.

Kreis Mettmann. Sechs Millionen Euro sind schon ein Wort. Damit lässt sich ein Spitzenfußballer ein Jahr lang füttern, auf Sylt gibt’s dafür ein unbebautes Grundstück in zweiter Reihe, und um die 240 VW Golf in mittlerer Ausstattungsvariante spülen dem Wolfsburger Konzern diese siebenstellige Summe in die Bilanz.

Sechs Millionen Euro sind also kein Pappenstiel. Entsprechend stürmisch toben die Stürme durchs Neanderland, wenn es um die Umsetzung des Masterplans „NaturKulTour Neandertal“ geht. Dessen Umsetzung kostet auch um die sechs Millionen Euro.

„Der Hochpfad soll das Neandertal und seine Weite erlebbar machen.“

Daniela Hitzemann, Sprecherin der Kreisverwaltung

Die Befürworter sehen das Geld als Investition in die Zukunft des Kreises Mettmann bestens angelegt, die Gegner warnen vor irreparablen Schäden an Fauna und Flora. Außerdem unterstellen sie dem obersten Fürsprecher, dem Landrat persönlich, rein wirtschaftliche und damit eigene Interessen politischer Art zu verfolgen.

Ränkespiele und echte Argumente verbeißen sich dabei in ein gewagtes Vorhaben: Wer aus der Regiobahn in Mettmann aussteigt, kann 30 Höhenmeter in einem gläsernen Panoramaaufzug überwinden und in ein Infozentrum gehen, in dem er über die Spezialitäten des gesamten Kreis Mettmann informiert wird.

Länge und Höhe stehen noch nicht fest

Der Besucher kann aber auch über das zentrale Element des Masterplans schlendern – den Hochpfad. In welcher Höhe genau über allen Wipfeln Ruhe herrscht, ist dabei nach Angaben von Daniela Hitzemann, der Sprecherin der Kreisverwaltung, unklar: „Das steht wie auch die genaue Länge noch nicht fest.“ Längst ist allerdings bekannt, dass es 600 Meter sind, die sich der Weg in 28 Meter Höhe vom Bahnhof bis zur Fundstelle des Neandertalers erstrecken soll.

Und dass er es wird, daran bestehen eigentlich keine ernsthaften Zweifel. Auch wenn jüngst Sperrfeuer aus Erkrath stört. Dabei hat die Befindlichkeit in dieser Stadt auf den Masterplan bezogen so viel Auswirkung wie die Entnahme eines Eimers Wasser aus der Düssel.

Städte zahlen „nur“ je 100 000 Euro

Von den rund 1,2 Millionen Euro Eigenanteil zahlen der Kreis 600 000 Euro, die Stiftung Neanderthal Museum 400 000 Euro und die Städte Erkrath und Mettmann je 100 000 Euro. Die restlichen fünf Millionen Euro übernimmt das Land.

„Wir machen uns lächerlich, wenn wir aus dem Projekt aussteigen“, sagt denn auch Erkraths Bürgermeister Arno Werner. Der CDU-Mann hat mit einer unberechenbaren Mischung aus SPD, Grünen und einer Wählergemeinschaft zu leben, die die Mehrheit im Rat bilden. Und die Grünen sind kreisweit erklärte Gegner des Masterplans.

Werner weiter: „Das Projekt ist eine Chance für das Neandertal.“ Allerdings müsse jedem klar sein, dass es ohne den Hochpfad in den genannten Dimensionen keine Förderung gebe. Kreissprecherin Hitzemann reagiert auf Erkraths Befindlichkeit gelassen: „Auch Erkrath möchte vom Masterplan profitieren.“

Dass der Hochpfad zwar in luftigen Höhen auf Stelzen ruht, aber keine Luftnummer ist, betont Hitzemann vehement: „Wenn die Kohle da ist, legen wir los, denn Ende 2014 müssen wir fertig sein.“ Das sehen die Förderrichtlinien ebenso wie das Datum 11. Januar 2012 vor. An diesem Mittwoch Anfang kommenden Jahres müssen die Planunterlagen in Düsseldorf vorgelegt werden. Dieses Vorziehen des ursprünglichen Abgabetermins sei zwar eine echte Herausforderung – „aber wir schaffen das“.

Kreisverwaltung will auf Nummer sicher gehen

Für Dezember kündigt Hitzemann eine öffentliche Informationsveranstaltung an, wo Details der Planung vorgestellt werden. „Wir werden da nichts einarbeiten, was nicht zu hundert Prozent sicher ist oder an Stellen, wo es nicht geht.“

Kommentar: Verweigerung mit System

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Großbild Bahrmann, Simone (simb)
 

Es ergeben sich Möglichkeiten, die erfordern energisches Handeln. Der Masterplan ist eine solche. Zugreifen oder zu spät kommen – die Entscheidung, für dieses visionäre Projekt zur Stärkung des Wirtschaftsraums Neanderland Überstunden zu machen, wird sich im wahrsten Wortsinne bezahlt machen.

Und davon profitiert auch der Umweltschutz. Dass dies in Erkrath anders gesehen wird, hat System: Bereits bei der Euroga wurde in Erkrath lamentiert statt gehandelt.

08Nov/11

Peter Urban und Sandheider Bürger schützen „ihren“ Wald

Zahlreiche Anwohner der Sandheide und SPD-Ratsmitglied Peter Urban haben sich nun bereits mehrfach für den Erhalt „ihres“ Wäldchens stark gemacht. Sie sammelten Unterschriften gegen mögliche Fällungen, wiesen auf Baumschädigungen durch Vandalismus hin und hatten überhaupt ein Augenmek auf ihre langen Kerls im Wald. ‎Durch wieder neue Baummarkierungen im Sandheider Wäldchen zwischen Heinrich-Heine-Straße und dem Sandheider Dorf-Zentrum waren sie jetzt erneut aufgeschreckt worden, eine Sitzungsvorlage der Stadtverwaltung für den städtischen Planungs- und Umweltausschuss bestätigte dann ihre Befürchtungen: Die Verwaltung hatte wieder Baumbestände auf Verkehrssicherheit untersuchen lassen und meint daraus den Schluss ziehen zu müssen, dass Bäume mit der Axt umgelegt werden müssten, damit sie nicht vom Sturm umgeworfen und unkontrolliert Schaden anrichten würden.

Doch gibt es gerade in der Sandheide genug Beispiele dafür, dass Bäume begutachtet wurden, die einerseits weitab von irgendwelchen  offiziellen Wegeverbindungen wachsen (die aber sollen laut entsprechendem Ratsbeschluss vom 2. Nov. 2010 gar nicht erst untersucht, sondern im Wald „in Ruhe  gelassen“ werden). Andererseits lösen einige dieser Fällverdikte erhebliche Zweifel an der Gutachtensqualität bei anderen, von den Anwohnern hinzugezogenen Fachleuten aus. Die bezweifeln nämlich, dass etwaige Schäden so schlimm wären, dass man sie nicht durch Ausastungen und baumchirugische Maßnahmen „heilen“ könnte.

Deshalb haben Urban und weitere 27 Familien aus der Sandheide eine weitere Aktion gestartet, um das Sandheider Wäldchen vor übereifrigen Baumfällungen zu schützen. Sie haben an vielen Bäumen kleine Tafeln angebracht, die deutlich machen: Wir passen auf Euch auf! Dahinter steht ein Netzwerk der Anwohner, das zumindest auch davor bewahren soll, das überraschend die große Säge auftaucht und vollendete Tatsachen schafft. Peter Urban wird überdies im Planungsausschuss am kommenden Donnerstag, 10. Nov., 17.00 Uhr, im Rathaus Erkrath, dafür streiten zu beschließen, dass die Bäume im eigentlichen Sandheider Wald gepflegt und nicht gefällt werden.

Mehr und Aktuelles zum Thema gibt es auf Peter Urbans Facebook-Seite: https://www.facebook.com/#!/profile.php?id=100002303701505
08Nov/11

Rheinische Post schreibt über das Gespräch der SPD mit den Menschen an der Neanderhöhe:

Gefährliche Querungsmanöver

VON SUSANN KRÜLL – zuletzt aktualisiert: 08.11.2011

Erkrath (RP). SPD testet mit Bürgern den Neanderweg und entdeckt viele Mängel. Die sollen möglichst noch in diesem Jahr im Planungsausschuss besprochen und schnellstens behoben werden.

Die Erkrather SPD testet mit Bürgern den Fußweg entlang der L 403 n. Foto: Dietrich Janicki

Der eine oder andere Autofahrer wird sich am Samstagnachmittag über die Gruppe Fußgänger gewundert haben, die sich an der Absperrbarke zum nur für Fußgänger zu nutzenden Teilstück des Neanderwegs versammelt hatten.

Nach einer Diskussion über den Straßenseitenwechsel des Rad- und Fußwegs entlang der Bergischen Allee und der Ampel an dieser Stelle wanderten die 25 Teilnehmer, die der Einladung der SPD Erkrath gefolgt waren, weiter. Auf dem neuen Teilstück des Fußwegs bis zu dessen abruptem Ende an der Grundstücksgrenze des rechter Hand liegenden Backsteinhauses.

Info

Lückenschluss

Die Anwohner der Häuser an der Straße Feldhof hatten gehofft, dass im Zuge des Ausbaus der Bergischen Allee endlich das fehlende Stück asphaltierten Fuß-/Radwegs endlich geschlossen würde.

Es handelt sich um ein 300 Meter langer Trampelpfad zwischen der Privatstraße Neanderhöhe und der Einfahrt zum eigentlichen Feldhof.

Trampelpfad durchs Gras

Hier ging es mehrfach rechts und links schauend über die Straße zu einem erneuten Stopp. Immerhin befand man sich nun direkt am Stein des Anstoßes. Wer erwartet hatte, auf einem linksseitigen Fußweg weiter Richtung Neandertal gehen zu können, sah sich getäuscht: Ein rund 300 Meter langer Trampelpfad durchs Gras ist die einzige Alternative zum Ausweichen auf die Fahrbahn.

An der Einfahrt zu den Häusern des Feldhofs erwartete die Gruppe ein weiteres, gefährliches Querungsmanöver auf die rechte Seite. Hier mündet die so genannte Allee, die an der Neanderkirche beginnt, auf den asphaltierten Fußweg.

Spätestens jetzt war den Fußgängern, die nicht wie die Anwohner diese Querungsmanöver seit Jahren kennen, klar: Dies kann keine dauerhafte Lösung sein. „Das ist ja lebensgefährlich, hier die Straße zu überqueren,“ so der Kommentar des SPD-Fraktionsvorsitzenden Detlev Ehlert. „Wenn man von der S-Bahn aus durch die Allee kommt, ist der Wechsel auf die andere Seite noch gefährlicher,“ ergänzte Renate Narberhaus, denn die Straße mache an dieser Stelle einen Knick und sei nur schwer einsehbar.

Zu den Haltestellen der Linie 741 sicher zu gelangen, sei besonders für Kinder problematisch, fügt jemand an. Bis zum Ende des Fußwegs, der an den Häusern rechts vor der ersten Serpentine endet, ging die Tour. Einige Mutige wagten sich auf der Straße bis zu dem Privatweg, der ins Neandertal hinabführen würde, wenn da nicht ein Erdhaufen und eine Kette wäre samt Hinweisschild: „Vorsicht Lebensgefahr“.

Ein weiterer Punkt auf die Liste von Sabine Schimcke, SPD-Ratsmitglied und Vorsitzende des Planungsausschusses. „Wir werden versuchen, alle Missstände, die Sie uns aufgezeigt haben, möglichst noch in diesem Jahr in den Planungsausschuss zu bringen,“ so die stellvertretende Bürgermeisterin Edeltraut van Venrooy, die verspach, die Betroffenen auf dem Laufenden zu halten.

08Nov/11

Westdeutsche Zeitung: Anwohner wollen Fußweg

Die SPD und Hochdahler Bürger haben sich an der neuen L 403n zum Ortstermin getroffen.

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Großbild Dirk ThoméMit dem Zubringer sind die Anwohner zufrieden. Doch ein Fußweg in Richtung Neandertal fehlt.

Hochdahl. Knapp 30 Personen haben sich jetzt vor der Neanderkirche in Hochdahl versammelt. Ihr anvisiertes Ziel allerdings war nicht das Gotteshaus, obwohl ein wenig himmlischer Beistand beim geplanten Vorhaben sicher nicht verkehrt gewesen wäre.

Geladen hatte die Ortsgruppe der SPD, um mit Anwohnern des Neanderweges, der Professor-Sudhoff-Straße und des Feldhofs sowie allen weiteren interessierten Bürgern eine kleine Ortsbegehung zu machen.

Die stellvertretende Bürgermeisterin Edeltraud van Venrooy führte die Menschentraube zunächst den Neanderweg entlang zur neuen L 403n. Die Zufriedenheit mit dem neuen Zubringer ist spürbar, ebenso auch die Erleichterung, dass dieses Vorhaben endlich fertiggestellt wurde. Doch knapp 200 Meter weiter nördlich beginnt das große Problem: Es fehlt ein adäquater Fußgängerweg in Richtung Neandertal.

Fußweg wird für Senioren zum Spießrutenlauf

„Das Bauvorhaben ging eben nur bis zu einem bestimmten Punkt. Alles, was darüber hinaus geht, wurde nicht weiter bedacht“, sagte van Venrooy. „Allerdings ist hier ein ordentlich asphaltierter Weg dringend notwendig.“ Speziell für Senioren entwickelt sich der Fußweg zu einem Spießrutenlauf.

Um überhaupt weiter gehen zu können, ist das Überqueren der Straße notwendig – zu Verkehrsstoßzeiten ein nicht ungefährliches Unterfangen. Dann aber beginnen die Probleme erst so richtig: „An dieser Stelle landet man plötzlich im Niemandsland und steht mitten im Gestrüpp“, sagte ein Anwohner. „Wenn es regnet, ist es matschig, vor allem bei Dunkelheit regelrecht gefährlich, weil hier auch noch diverse Pöller in der Erde stecken.“

Mit einem Kinderwagen, Rollstuhl oder Rollator sei es unmöglich, hier entlang zu laufen. Man könne doch eventuell die Straße ein wenig verlagern und den Fußweg einfach verlängern, schlug ein Anwohner des Neanderweges vor. „An diese Stelle wurde beim Weiterbau der L403 einfach nicht gedacht“, klagte er.

Auch die Beschilderung von der Hauptstraße in Richtung Neandertal sei mangelhaft und lasse dort mehr Menschen entlang fahren als nötig.

Bürgermeisterin will Eindrücke in politische Diskussion einbringen

Bei der Begehung wurde schnell klar, dass die Stadt hier noch dringenden Handlungsbedarf hat. Van Venrooy und ihr SPD-Vorsitzender Detlef Ehlert wollen die Eindrücke nun aufnehmen und in die politische Diskussion einbringen. Dabei wären die meisten Anwohner mit einer relativ kleinen Lösung zufrieden.

„Es würde zunächst völlig ausreichen, die Allee von der Neanderkirche am Friedhof vorbei in Richtung Feldhof wieder so herzurichten, dass alle dort durch gehen können“, sagte eine Anwohnerin. Vor Jahrzehnten war die Allee noch asphaltiert und gut beleuchtet. Mittlerweile ist es nur noch mit Anstrengung möglich, dort entlang zu gehen.