Daily Archives: 21. März 2012

21Mrz/12

SPD im Kreistag lehnt Fracking ab

Berndt Hoffmann

Die SPD-Fraktion im Kreis Mettmann hat für den Kreistag am 29. März einen Antrag eingereicht, das sogenannte Fracking auf Kreisgebiet abzulehnen. Mit der Fracking-Methode wird Erdgas mittels Tiefbohrungen aus Gesteinen gelöst und gefördert.
Außerdem wird der Landrat aufgefordert alle verfahrensrechtlichen Mittel zur Verhinderung des „Frackings“ einzusetzen.

Berndt Hoffmann, umweltpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion: „Durch Fracking wird ein Chemie-Cocktail unter hohem Druck in tiefliegende Gesteinschichten verbracht. Der gesamte nördliche Teil des Kreises sowie Erkrath und Haan sind von Wasserschutzzonen durchzogen, die durch das Fracking beeinträchtigt werden können. Für die SPD hat der Schutz des Grund- und Trinkwassers zumal in der bevölkerungsreichsten Region Europas, absolute Priorität. Deshalb fordern wir den Kreistag auf, das Fracking abzulehnen.“

Studien zufolge wird es auch in absehbarer Zukunft kein Mangel an Erdgas aus konventionellen Lagerstätten geben. Die SPD ist seit langem der Auffassung, dass der Verbrauch fossiler Energieträger zurückgefahren und durch regenerative Energieformen ersetzt werden sollte. Dabei wird sie von der Bundesregierung, die die Energiewende fortgeführt hat, bestätigt.
Fraktionsvorsitzender Manfred Schulte: „Die Bundesregierung hat nach Fukushima die Energiewende beschlossen, die nicht nur die Atomenergie betrifft. Sondern es sollen zudem fossile Energieträger durch regenerative Energien ersetzt werden. Wer jedoch stattdessen die Ausbeutung von Gasvorkommen fördert, läuft dieser Energiewende zuwider.“

21Mrz/12

Rechtzeitig gegen Fracking und mögliche Trinkwasserschädigung vorgehen

Im Kreis Mettmann, auch in Erkrath, sind „Rechte“ für Energieunternehmen – hier BASF-Wintershall –  zur Gewinnung von Erdgas in sogenannten unkonventionellen Verfahren („Fracking“) im Gespräch. Bis 2013 will Wintershall durch Flachbohrungen die Erdgashöffigkeit prüfen, d.h. es wird anhand von Gesteinsbohrungen bis zu 150 mtr. Tiefe erkundet, ob Erdgas im Untergrund vorhanden ist und sich die etwaige Konzentration „lohnt“, um sie mit einem physikalisch-chemischen Verfahren aufzuschließen.

Das würde hier in einem sehr dicht besiedelten Ballungsraum statt finden und zudem, wie auch in Erkrath, Heiligenhaus und Ratingen, in Städten, die selber Trinkwasser fördern. Befürchtungen stehen im Raum, dass durch das Einbringen giftiger Chemikalien in tiefere Gesteinsschichten die Trinkwasservorkommen berührt und somit „versaut“ werden könnten.

Die SPD in Erkrath wie im Kreistag hat gefordert, frühzeitig solchen Anfängen zu wehren: Es darf nicht wie bei der CO-Pipeline passieren, die erst klammheimlich durch die Genehmigungsverfahren geschleust und gebaut werden durfte, während wir jetzt „hinterherlaufen“ und  den Betrieb der Anlage zu verhindern suchen müssen.

In Heiligenhaus hat die Kreis-SPD zum Fracking eine große Informationsveranstaltung durchgeführt (die Rheinische Post schreibt dazu einen interessanten Artikel in der heutigen Ausgabe, der wirklich lesenswert ist.