Wolfgang Drese ist tot

Wolfgang Drese ist tot.

Er verstarb am 26. Oktober im Alter von 69 Jahren. Seinen Kampf gegen die heimtückische Blutkrebs-Krankheit, die ihn ereilt hatte, konnte er nicht gewinnen. Letztlich hat ihn der Tod erlöst und vielleicht gibt das auch seiner Frau und seiner Familie Trost und neue Hoffnung.

Wolfgang Drese fehlt mir. Ich schreibe diese Zeilen persönlich aus meiner Wahrnehmung. Und ich schreibe sie auch aus der Sicht der Sozialdemokratischen Partei in Erkrath.

Als ich 1975 begann, mich in der Politik bei den Jungsozialisten und dann auch in der SPD zu engagieren, gehörte er bereits zu den „Etablierten“, war da schon als Ortsvereinsvorsitzender und als Fraktionsvorsitzender tätig. Er verfolgte meine Aktivitäten zunächst wohlwollend, später durchaus auch mal sehr kritisch, rüttelte ich doch mitunter an Bastionen, an denen er mit gebaut hatte. Aber er nahm das weder mir noch anderen krumm, wir konnten miteinander streiten und uns weiter gut verstehen, auch wenn wir in der jeweiligen Sache nicht einig geworden sein sollten.

Als ich dann zwischen 1978 und 1982 Ortsvereinsvorsitzender der SPD in Erkrath war und seit 1986 auch als Sachkundiger Bürger in der Ratsfraktion unter seinem Vorsitz mitarbeitete, förderte er mich sehr. Er schied nach 14 Jahren sehr erfolgreicher Arbeit für die Stadt Erkrath als Chef der SPD-Ratsfraktion aus dem Stadtrat aus. Ich folgte ihm 1989 in dem Amt nach und konnte dann mit ihm, der er 1990 erstmals in den Landtag als Abgeordneter des Kreises Mettmann (für Erkrath, Haan und Mettmann) gewählt worden war, als sein Büroleiter in Düsseldorf und im Wahlkreis für das Wohlergehen der Region und des Landes streiten.

Wolfgang Drese hat als Neubürger Hochdahls schlicht die Ärmel aufgekrempelt und mit Nachbarn und mit anderen Sozialdemokraten dort für Kinderspielplätze und Kleingärten und für den Aufbau von Rhenania Hochdahl, gegen Gigantomanie in der Stadtplanung und Favorit-Fernwärme-Preisdiktatur gekämpft.

Er war als der Sprecher der SPD im Rat der Garant für Verlässlichkeit und Berechenbarkeit der SPD und der Stadt insgesamt. Er war damit, er ist und er bleibt damit mein Vorbild für die Politik in Erkrath überhaupt.

Der Hochdahler Markt, und über alle Entwicklungslinien hinweg das konsensuale Verfahren für das Wohngebiet Grünstraße und die Aufgabe der Industrieflächenplanung für Bruchhausen mit der Wandlung des Gebiets in ein Naturschutzzentrum wären ohne ihn nicht möglich gewesen.  

Im Landtag widmete sich Wolfgang Drese vornehmlich dem Städtebau und Verkehrswesen, dann der Arbeit in den Justizvollzugsanstalten des Landes sowie immer stärker auch der Haushaltskontrolle als politischer Begleiter des Landesrechnungshofs.

Die Regiobahn S 28 , eine verkehrspolitische Erfolgsgeschichte im Land überhaupt, ist erst durch den von ihm erreichten Dreiklang von Bundesebene – mit dem Bundestagsabgeordneten Prof. Dr. Uwe Holtz – Land und Kommunen – insbesondere dem Mettmanner SPD-Mann und Eisenbahnergewerkschafter Paul-Heinz Schuh und den SPD-Fraktionen in Erkrath, Düsseldorf und dem Kreis Neuss – möglich geworden.

Siggi und Wolfgang Drese standen mir auch sonst sehr nahe, sie waren Trauzeugen meiner Eheschließung, ich konnte mich bei ihm und ihr, wenn ich das brauchte, aussprechen, anlehnen und genauso auch abarbeiten in seinem tollen Anwesen Wahnemühle oder bei seinen legendären Festivitäten dort.

Ich begreife noch nicht wirklich, was es bedeutet, dass das alles demnächst nicht mehr geht. Privat und persönlich nicht, aber auch politisch nicht mehr. Denn zuletzt zogen wir noch beim Trillser Straßenfest im August gemeinsam mit unserem Bundestagsabgeordneten Peer Steinbrück über die Festmeile und knüpften oder bestätigten Kontakte, Verbindunen zu den Menschen hier in Erkrath.

Ich vermisse dich, lieber Wolfgang, und ich fühle mit dir, liebe Siggi, mit den Kindern und Enkeln, mit den Freunden in den Hochdahler Chören und vielen anderen Organisationen von AWO bis sonst wohin. Es tut weh, dass du nicht mehr da bist. Aber ich bin auch froh, dass ich mit dir zusammen sein konnte und mit dir arbeiten durfte.

Dein Detlef Ehlert

 

 

 

 

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