„Die Planungen sind so nicht hinnehmbar“ – Peer Steinbrück zum S-Bahnhof Erkrath – Hochdahl

In einer Pressemeldung nimmt Peer Steinbrück zur Situation am Hochdahler Bahnhof Stellung: In den letzten Tagen wurde bekannt, dass die lange geplanten Baumaßnahmen einer behindertengerechten Rampe und eines Aufzuges zu den Gleisen von der Bahn gestoppt worden sind. Gleichzeitig soll jedoch, wie bisher geplant, der ebenerdige, beschrankte Bahnübergang im August oder spätestens im Herbst des Jahres durch die Bahn geschlossen werden.

Begründet wird dies von Seiten der Bahn und des VRR durch Baumaßnahmen, die durch die Anschaffung von neuen S-Bahn-Zügen notwendig werden, da die Einstiegshöhe nicht mit der aktuellen Höhe des Bahnsteiges kompatibel ist.

Sollte dieser Fall eintreten, ist es Menschen mit schwerem Gepäck beziehungsweise mit Kinderwagen oder Gehbehinderten nur unter großen Anstrengungen möglich den Bahnsteig oder die andere Seite des Ortsteiles zu erreichen. Der barrierefreie Zugang zum anderen Ortsteil ist dann nur über einen großen Umweg möglich.

„Diese Situation und die Planungen der Bahn und des Verkehrsverbundes sind so nicht hinnehmbar. Nach jahrelanger Planungsphase und vielen Verzögerungen, den behindertengerechten Zugang jetzt zu stoppen, obwohl ab Mitte des Jahres keine Alternative mehr zur Verfügung steht, ist untragbar. Die Menschen in Hochdahl sind hierbei die Leidtragenden.“, so Peer Steinbrück.

„Ich werde mich, gemeinsam mit der Lokalpolitik, an die entsprechenden Stellen wenden und versuchen einen Kompromiss zu erreichen, der den barrierefreien Zugang zum anderen Ortsteil in der Bauphase sichert.“, kündigte Steinbrück an.

4 thoughts on “„Die Planungen sind so nicht hinnehmbar“ – Peer Steinbrück zum S-Bahnhof Erkrath – Hochdahl

  1. Im Namen meiner Selbsthilfegruppe „MS-Treff Erkrath“ bin ich entsetzt, dass der seit Jahren dringend erwartete behindertengerechte Umbau des Hochdahler Bahnhofes und des Übergangs ganz eingestellt werden soll. Alleine aus meiner Gruppe wohnen drei Multiple Sklerose-Betroffene, die auf einen Rollstuhl angewiesen sind direkt am Bahnhof (Hildenerstraße), zudem stehen direkt am Bahnhof Wohnkomplexe für ältere und behinderte Menschen, außerdem ist an der Hildenerstraße das Altenwohheim und der Treffpunkt für ältere und behinderte Menschen der Johanniter. So beschwerlich und kaum möglich es seit Jahren für diese vielen Menschen, die unmittelbar am Bahnhof wohnen ist, weg zu fahren oder anzukommen. Jetzt wird es so gut wie unmöglich. In meiner MS-Gruppe sind viele Menschen, die gehbehindert, mit Rollator oder Rollstuhl, sie nutzen diesen Bahnhof unter immens erschwerten Bedingungen um sich zu treffen, was ihnen ein Stück Lebensqualität bringt und all das soll einfach gestrichen werden. Kümmert sich denn niemand mehr um die Einhaltung von Gesetzen? Seit 2002 gibt es das Gesetz der“ Gleichstellung für Behinderte“ darin u.a. die “ Verpflichtung zur Barrierefreiheit in den Bereichen Bau und Verkehr“, seit 2006 Jahren steht in dem Gesetz „Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz“ aufgrund Europäischer Richtlinien, explizit „Barrierefreiheit“, was darunter zu verstehen ist und wie und wo es ausgeführt werden muss. Eine große Kampagne zur „Inklusion“ wird überall lautstark vertreten, aber die Bahn und der Verkehrsverbund entscheiden selbstherrlich ein Dienst für ältere, behinderte und in diesem Fall, für alle Anwohner und Besucher eines Großteils von Hochdahl, schätzungsweise 15.000 Menschen ist nicht nötig. Falls es noch nicht deutlich geworden sein sollte, ich bin dagegen.

  2. Ich kann mich der Meinung von Frau Kremerius nur anschliessen! Ich bin gegen die Schliessung des Bahnübergangs!

    Auch ich bin eine Betroffene und als kürzlich der geplante Abriss einiger Häuser auf der Hauptstrasse an die Öffentlichkeit kam, habe ich mir direkt gedacht, dann sollte der Bauträger gleich wissen, dass er nicht Familien- und Seniorenfreundlich auf seine Fahnen schreiben kann… Ich wünsche mir, dass die für diese gruselige Entscheidung verantwortlichen Personen mal eine Weile körperlich so eingeschränkt wären, wie wir durch ihre weltfremden Ideen!

    Der MSkranke Karikaturist Phil Hubbe: „Mit Behinderungen muss gerechnet werden.“

    Aber bitte nicht mit diesen baulichen Behinderungen, wenn man schon gegen die körperlichen Einschränkungen machtlos ist!

  3. Gleichstellung für Behinderte? Dieses Gesetz scheint nicht für die Bahn und den VRR für Hochdahl zu gelten. Es wurde mir damals schon gesagt:“Der Aufzug am Bahnhof wird 2006 fertig gestellt“ Natürlich passierte nichts. Bei der Bürgerversammlung 2011 wurde dann erklärt, das die Rampe und Aufzug am Hochdahler Bahnhof, Ende 2012 fertig sei. am 19. September 2012 erklärte Herr Heffungs, Leiter des Erkrather Tiefbauamts, dem Lokal Anzeiger Erkrath, ENDLICH GRÜNES LICHT. Und jetzt soll wieder alles eingestellt werden? Da kommt man sich nun wirklich vera…. vor. Haben die Leute mal überlegt, wie die Behinderten, oder Mütter mit einem Kinderwagen auf die andere Seite zu den öffentlichen Verkehrsmitteln, zum Friedhof und zur Sparkasse kommen sollen. Oder Behinderte und Mütter, von der Hauptstraße, wie kommen die zur Apotheke, Friseur, Schreibwaren und mehr? Mit der S-Bahn Richtung Düsseldorf oder Wuppertal ist jetzt schon nicht möglich und weiterhin dann auch nicht. Meine Wenigkeit (Rollstuhlfahrerin) z.B. könnte noch nicht einmal Geld bei der Kasse holen. Es sei denn, die Herrschaften stellen mir eine Person,kostenlos zur Verfügung, die dieses für mich erledigt. So etwas kann sich nur jemand einfallen lassen, der keine kleine Kinder hat und noch gut zu Fuß ist. Hochdahl Zweigeteilt. Da sage ich nur, Gut gemacht. HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.