Isabel Klaas schreibt in der RP: 1200 Unterschriften für den Übergang

1200 Unterschriften für den Übergang

VON ISABEL KLAAS – zuletzt aktualisiert: 01.03.2013

Erkrath (RP). Bürger wollen Protest an Peer Steinbrück weiterreichen. Ausschuss: Wenn die Bahn nicht einlenkt, wird prozessiert.

Der Wirbel um die Schranke in Hochdahl geht weiter. Sie soll im August geschlossen werden. Foto: Dietrich Janicki

Der Wirbel um die Schranke in Hochdahl geht weiter. Sie soll im August geschlossen werden. Foto: Dietrich Janicki

Die Politiker aller Fraktionen machten im Ausschuss für Umwelt, Planung und Verkehr deutlich, dass sie eine Schließung der Bahnschranke in Hochdahl nicht hinnehmen, so lange der benachbarte Bahnhof nicht behindertengerecht ausgebaut ist. „In Zeiten der Inklusion (Integration von Behinderten) ist das undenkbar“, sagte Detlef Ehlert (SPD).

Weniger mobile Bürger könnten nach der Schließung weder auf den Bahnhof noch auf die andere Straßenseite gelangen, ohne einen kilometerlangen Umweg nehmen zu müssen. „Die Bevölkerung ist sehr beunruhigt“, erklärte Ehlerts Parteikollegin und stellvertretende Bürgermeisterin Edeltraud van Venrooy. 1200 Unterschriften will die SPD am kommenden Dienstag an den Kanzlerkandidaten Peer Steinbrück übergeben. Der prominente Bundestagsabgeordnete soll die Unterschriften an Bahnchef Grube und Verkehrsminister Ramsauer weiterreichen.

Ausbau

Die Bahnsteighöhe macht Probleme

Ende vergangenen Jahres teilte die Bahn mit, dass der behindertengerechte Ausbau des Bahnhofs Hochdahl sich um Jahre verzögere. Der Grund: Die Bahn will Züge einsetzen, die eine niedrigere Bahnsteighöhe erfordert. Deshalb hat der Verkehrsverbund Rhein Ruhr (VRR) seine Finanzierungszusage zurückgezogen.

Auch die CDU-Abgeordnete Michaela Noll setzt sich für den Erhalt des beschrankten Bahnübergangs ein. Im Ausschuss zeigte sich die Bahn jedoch recht unbeugsam. Der Vertreter des DB Netzwerkes bezog sich immer wieder auf den 14 Jahre alten Planfeststellungsbeschluss, nachdem die Schranke geschlossen werden sollte, sobald der Neubau der Bergischen Allee abgeschlossen ist. Das ist bereits länger der Fall. „Auch wenn diese Entscheidung vor vielen Jahren getroffen wurde, halte ich dieses Vorgehen nicht für zielführend“, schrieb Noll gestern in einer Pressemitteilung. Einem vorgezogenen Bau der Rampe am Bahnhof Hochdahl räumte die Bahn ebenfalls keine großen Chancen ein. Zumal der Bau einen Stillstand auf der Bahnstrecke mit sich bringe, der Jahre im Vorhinein beantragt werden müsse.

Detlef Ehlert ging hart mit der Bahn ins Gericht: Er erinnerte daran, wie sehr sie der Stadt im vergangenen Jahr Druck gemacht hatte. Innerhalb weniger Monate musste die Stadt der abgespeckten Version einer engen Unterführung und eines Bahnsteigs zustimmen, der für Rollstuhlfahrer teilweise sehr schmal ist.

Sonst wären angeblich die Zuschüsse zum geplanten Ausbau gestrichen worden. „Die Bahn zwang uns, viele Kröten zu schlucken“, sagte Ehlert. „Jetzt fordern wir: Die Bahnschranke muss offen bleiben.“ Sollte sich keine Lösungen abzeichnen, „werden wir prozessieren“, sagte Ehlert und erhielt dafür die volle Unterstützung aller Fraktionen. Der Vorschlag von Regina Wedding, stellvertretende CDU-Bürgermeisterin, die Schranke, wenn schon nicht für Autofahrer, so doch für Fußgänger offen zu lassen, fand großen Anklang. „Wir müssen alle Beteiligten an einen Tisch kriegen und eine Lösung im Sinne der Menschen finden“, betonte Helmut Rohden von der CDU.

An der Entscheidung beteiligt sind Stadt, Kreis, die Behörde Straßen NRW und die Bahn. Außer der Bahn hätten bereits alle ein Entgegenkommen signalisiert. Anfang April soll ein Gutachten des Verkehrsverbundes Rhein Ruhr vorliegen, ob die Gleise 20 Zentimeter angehoben werden können. Dann könnte man die Ausschreibung des Bahnhofausbaus neu starten und schneller mit der Arbeit beginnen.

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