Rheinische Post: Klaus Hänsch – ein Europäer, der Klartext spricht

Klaus Hänsch, hier bei der Staffelübergabe an Petra Kammerevert

Klaus Hänsch, hier bei der Staffelübergabe an Petra Kammerevert

Ein Europäer, der Klartext spricht

Erkrath. Klaus Hänsch, der ehemalige Präsident des Europäischen Parlamentes, ist nach wie vor als Ratgeber und Redner gefragt. Von Christoph Zacharias

Klaus Hänsch feiert am morgigen Sonntag seinen 75. Geburtstag. Doch Ruhestand kennt er nicht. Der ehemalige Präsident des Europäischen Parlamentes (1994 bis 1997) ist auf Reisen ein gefragter Redner. Im Juli 2010 ist sein Buch „Kontinent der Hoffnungen“, in dem er seine Erfahrungen als langjähriger Europapolitiker niedergeschrieben hat, erschienen. Zu aktuellen Fragen der Zukunft Europas, Schuldenkrise und Rolle der EU in der Welt hält er Vorträge, schreibt Artikel und gibt Interviews.

Als ehemaliger Leiter der Mediationsgruppe zum Ausbau des Frankfurter Flughafens hält er Vorträge und nimmt an Diskussionen teil über Möglichkeiten zur Lösung von Akzeptanzproblemen bei der Durchführung von industriellen und infrastrukturellen Großprojekten.

Hänsch wurde am 15. Dezember 1938 in Sprottau (Schlesien) geboren. Nach dem Abitur studierte er Politologie, Geschichte und Soziologie in Köln, Paris und Berlin. Im Anschluss an seine Promotion 1969 arbeitete er erst als Assistent an der FU Berlin und von 1970 bis 1979 als Referent im Ministerium für Wissenschaft und Forschung des Landes Nordrhein-Westfalen.

Seine politische Karriere begann Hänsch 1970 als Vorsitzender der Jungsozialisten im Unterbezirk Mettmann. Der SPD war er schon 1964 beigetreten. 1972 wurde er Vorsitzender des SPD-Unterbezirks Mettmann, den er bis 1986 leitete. Hänsch war Mitglied der ÖTV und der Arbeiterwohlfahrt. Im Europäischen Parlament wirkte Hänsch von 1979 bis 2009. Er war bis 1988 Koordinator der Sozialistischen Fraktion für Außen- und Sicherheitspolitik, von 1987 bis 1989 Vorsitzender der Delegation des Europa-Parlaments für die Beziehungen zu den USA und von 1989 bis 1994 und von 1997 bis 2002 stellvertretender Vorsitzender der Fraktion der Sozialdemokratischen Partei Europas (SPE).

Hänsch spricht Klartext. Als im Jahr 1988 die Schließung des Kruppstahlwerks Duisburg-Rheinhausen anstand, ließen die 3000 aufgebrachten und deprimierten Stahlarbeiter auf ihrer letzten Betriebsversammlung ihn als einzigen Politiker reden.

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