SPD fordert Regional-Express-Halt in Erkrath-Hochdahl (Neandertal)

Uli Schimschock, SPD-Sprecher im PlUV

In einem Antrag an den Planungs- und Verkehrsausschuss sowie an den Stadtrat in Erkrath fordern die Sozialdemokraten Uli Schimschock und Detlef Ehlert, einen Halt der Regional-Express-Linien 4 und 13 auf Erkrather Stadtgebiet in Hochdahl einzurichten.

Regional-Express-Linien sind schnelle Eisenbahnverkehrsverbindungen von bis zu 476 km Streckenlänge, die Ziele der jeweiligen Region miteinander verbinden.

Der Kreis Mettmann ist der am dichtesten besiedelte Kreis in Deutschland. Bislang gibt es im gesamten Kreis keinen Halt des DB-Fernverkehrs oder des schnellen schienengebundenen Nahverkehrs (Regionalexpress). Die Eisenbahnlinie Düsseldorf – Wuppertal durchschneidet den in Nord-Süd-Richtung verlaufenden Kreis Mettmann in Ost-West-Richtung an dessen schmalster aber zentralster Stelle am touristischen Mittelpunkt Neandertal.

Die RE-Linien 4 (Aachen – Dortmund) und 13 (Venlo – Hamm) fahren durch die Stadt Erkrath – bislang aber noch ohne Halt. Erkrath ist also mit rund 46.000 Einwohnern nicht an die Regionalexpress-Linien angeschlossen – noch nicht, Städte wie beispielsweise Schwelm mit nur 29.000 Einwohnern hingegen schon.

Das wird weder der Bedeutung der Stadt im Allgemeinen noch der besonderen Situation der Stadt des Neandertalerfundortes und der Anbindung des Touristen¬magneten Neandertalmuseums an den überörtlichen Schienen-personenverkehr gerecht.

Künftig soll daher der Haltepunkt Hochdahl (Neandertal) ein anzufahrender Bahnhof für die RE 4 und RE 13 sein.

Die Stadt soll notwendige Baumaßnahmen zum Beispiel für den Bahnsteig bei der jetzt anstehenden Überplanung des Stadtteils Alt-Hochdahl / Hauptstraße berück¬sich¬tigen.

Der Kreis Mettmann ist als Aufgabenträger für den ÖPNV Ansprechpartner für den Verkehrsverbund Rhein-Ruhr und für die Deutsche Bahn-AG. Er ist überdies im Rahmen des Masterplans Neandertal und des Ziel-2-Wettbewerbs mit zuständig für die bessere verkehrliche Erschließung des Neandertals.

Zum Hintergrund: Der mittlere Haltestellenabstand auf beiden Regional-Express-Linien beträgt 8 Kilometer, der längste „Ohne-Halt-Abschnitt“ ist der zwischen Düsseldorf Hbf und Wuppertal-Vohwinkel mit 21 km.

In der Regel nutzen die RE-Züge die eingleisige DB-Strecke 2550 (Ferngleis) Abzweig Gruiten – Abzweig Hochdahl – Df-Gerresheim. Auf dieser Strecke, nördlich der zweigleisigen S-Bahn-Strecke Gruiten – Millrath – Hochdahl – Erkrath – Df-Gerresheim (DB Strecke 2525) gelegen, gibt es in dem Abschnitt noch keine Haltepunkte/Bahnsteige.

Das Ziel: Die RE-Linien 4 (Aachen – Dortmund) und 13 (Venlo – Hamm) halten im Haltepunkt Hochdahl.
Der Halt erfolgt ohne Streckenwechsel im Ferngleis (DB Strecke 2550) westlich des Abzweigs Hochdahl zwischen den Kilometern 99,365 und 99,550.

Die Einrichtung eines solchen Haltepunktes in Hochdahl (Neandertal) ist aufgrund der günstigen Lage im Bahnhofsbereich Hochdahl baulich relativ einfach und verkehrlich für die Bahn-AG leicht zu bewerkstelligen.

In Hochdahl muss dafür an dem vorhandenen Ferngleis ein Bahnsteig errichtet werden. Der kann barrierefrei als höhengleicher Außenbahnsteig zwischen Bahnanlage und dem vorhandenen Park & Ride-Platz gebaut werden.
Die Stelle, etwa in Kilometer 99,365 – 99,550 ist topografisch günstig, da sie für ostgehende Züge nach und für westgehende Züge vor dem mit 3,3% Neigung steilen Streckenabschnitt Erkrath – Hochdahl liegt. Das Ferngleis liegt an dieser Stelle knapp über dem Niveau des P&R-Platzes, somit wäre ein neuer Bahnsteig auf der Nordseite ebenerdig als Außenbahnsteig günstig zu errichten.
Die Breite des Bahnsteigs begrenzt südlich das Profil des Ferngleises, nördlich der Fußweg auf der Südseite des P&R-Platzes.
Der nördliche Zugangsbereich zum bestehenden Mittelbahnsteig wird durch Neubau des Außenbahnsteigs nur insofern beeinträchtigt als er von diesem in einer Brückenkonstruktion im Tunnelbereich überspannt wird. Der Zugang zum neuen Außenbahnsteig könnte im Bereich des ehemaligen Bahnübergangs Hildener Straße liegen, östlich des Tunnelbereichs wäre er auch möglich.

Die RE-Linien 4 (Aachen – Dortmund) und 13 (Venlo – Hamm) halten am neuen Haltepunkt Hochdahl ohne Streckenwechsel. Die Fahrzeiten beider Linien verlängern sich durch diesen Halt vermutlich um +3 Minuten (1 Minute Verkehrshalt plus Brems- bzw. Anfahrzeitzuschläge).
Um die gesamte Fahrzeit der RE nicht zu verlängern und die Einpassung in das Fahrplangefüge zu ermöglichen, müsste einer der vier Wuppertaler RE-Halte entfallen. Der Halt in Wt-Barmen wäre u.E. verzichtbar. Die Entfernung zwischen dem RE-Halt Wt-Barmen und den benachbarten Halten Wuppertal Hbf und Wt-Oberbarmen beträgt jeweils rund drei Kilometer, insofern liegen auf sechs Streckenkilometern drei Halte !

Mit dem Halt in Erkrath-Hochdahl erschließen die RE-Linien neue Fahrgastpotentiale aus der Stadt Erkrath (46.000 Einwohner) – Ortsteil Hochdahl (27.900 Einwohner) direkt durch neuen Haltepunkt, Ortsteile Alt-Erkrath und Unterfeldhaus (18.100 Einwohner) durch Zubringer-ÖPNV.
Die Städte Mettmann (39.600 Einwohner) und Hilden (55.800 Einwohner) sind dann ebenfalls durch die Buslinie 741 mit dem RE-Halt verbunden.

Für Erkrath ergibt sich eine weitere schnelle Verbindung zum/vom DB-Fernverkehr (bis Düsseldorf Hbf ca. 9 Minuten, bis Wuppertal Hbf ca. 13 Minuten).

Das Neandertal (170.000 Besucher/Jahr) wird an den regionalen Schnellverkehr angebunden und erschließt sich als Tourismusmagnet auch für das östliche Ruhrgebiet / östliche Niederlande / Raum Aachen. Daraus ensteht weiterer Nutzen durch die Entlastung des ökologisch sensiblen Bereiches durch den Autoverkehr (vgl. Masterplan NaturKulTour Neandertal).