Tag Archives: Breitbandversorgung

26Apr/16

Mobilfunkkonzept zu „Masterplan Kommunikation 2030“ weiter entwickeln

In der Sitzung des Ratsausschusses für Stadtentwicklung und Wirtschaftsförderung steht heute die Debate um eine von der FDP beantragte ersatzlose Aufhebung des geltenden Mobilfunkkonzepts an. Die SPD-Ratsfraktion lehnt das ab, sie will nicht allein den Global Playern der Telekommunikationsindustrie das eben nicht „freie Spiel der Kräfte“ überantworten. Vielmehr muss es darum gehen, die Ansprüche der Mobilfunknutzenden an eine ausreichende Versorgungsqualität mit den berechtigten Schutzinteressen der Nutzenden wie insbesondere der „Unbeteiligten“ in Einklang zu bringen. Zudem müsse, so Fraktionsvorsitzender Detlef Ehlert, die Mobilfunkkommunikation mehr vernetzt werden mit der kabelgebundenen Breitband-Infrastruktur, für deren Ausbau in Erkrath noch viel mehr Bedarf bestehe als für den Wildwuchs weiterer Sendemasten.

Die SPD beantragt daher diesen Beschlussvorschlag:

„Das Mobilfunkkonzept der Stadt Erkrath soll in der bestehenden Form nicht weitergeführt werden.

Vor einer Aufhebung des bestehenden Konzepts sollen gemeinsam mit den Stadtwerken und in Abstimmung mit den Mobilfunkbetreibern jedoch Alternativkonzepte zur Entwicklung eines Masterplanes „Kommunikation 2030“ geprüft werden.

Dabei muss die Minimierung der Strahlung „am Menschen“, also bei den NutzerInnen, besonders berücksichtigt werden.
Im Jahre 2011 wurde vom Rat der Stadt Erkrath das Mobilfunkkonzept beschlossen. Mit diesem Mobilfunkkonzept sollten zwei Ziele erreicht werden.

1. eine im gesamten Stadtgebiet leistungsstarke Mobilfunkversorgung.
2. Schutz der BürgerInnen vor gesundheitlichen Schäden infolge hoher Strahlenbelastung.

Leider muss zum gegenwärtigen Zeitpunkt festgestellt werden, dass mit dem bestehenden Mobilfunkkonzept eine flächendeckende gute Mobilfunkversorgung im gesamten Stadtgebiet nicht erreicht werden konnte. Dies erscheint auch für die Zukunft mit diesem Konzept nicht erreichbar. Hierfür sind verschiedene Gründe ausschlaggebend. Besonders zu nennen sind die technische Weiterentwicklung der Mobilfunkstandards sowie die Handlungsweise der Mobilfunkbetreiber im Rahmen des bestehenden Mobilfunkkonzepts.

Zur Erreichung der oben genannten Ziele ist die Weiterführung des bestehenden Mobilfunkkonzepts daher nicht zielführend.

Der Bedarf an Kommunikationsmöglichkeiten (Fest und mobil) wird noch weiter steigen und unser Wirtschafts- sowie Privatleben zunehmend beeinflussen.
Dem Schutz der Bevölkerung vor der Auswirkung der damit einhergehenden angenommen und/ oder realen Strahlen-Belastung ist Rechnung zu tragen. Diese trifft in zunehmendem Maße insbesondere auch die NutzerInnen von Mobilfunktechnik. (Die Endgeräte steigern die Sendeleistungen bei schwachem Empfangssignal. Hier ist insbesondere auch an die Kinder und deren Nutzungsverhalten zu denken)
Die neuen technologischen Entwicklungen wie z.B. LTE, Antennentechnologien, FTH etc. erfordern ein Überdenken der alten Denkansätze. (Auch zur Steigerung unserer Attraktivität und unserer Wettbewerbsfähigkeit als Kommune)
Erkrath ist ein attraktiver Standort zum Wohnen und Arbeiten.  Wir haben eine hervorragende Verkehrs- und ÖPNV-Infrastruktur. Auch soziale und kommunale bzw. private Leistungen zur Daseinsvorsorge können sich sehen lassen. Im Bereich der kommunikationstechnischen Basisversorgung  und in der Schaffung einer zukunftssicheren Infrastruktur bewegen wir uns allerdings auf Steinzeit-Niveau.
Gerade weil der Rat zur Verbesserung der Breitbandversorgung einstimmig Beschlüsse auf dem Weg zur Entwicklung eines Masterplanes „Kommunikation 2030“ betroffen hat und die entsprechende Einrichtung einer Koordinationsstelle auch von der Bundesregierung gefördert werden wird, sollten die Ansätze zum kabelgebundenen Infrastrukturausbau mit der Verbesserung der Mobilfunk- bzw. Kommunikationsstruktur systemisch vernetzt angegangen werden.“
09Jun/15

Telekom hinterlässt „weiße Löcher“: Keine flächendeckende Breitbandversorgung in Erkrath

Bürgermeisterkandidat Detlef Ehlert

Bürgermeisterkandidat Detlef Ehlert

Bürgermeisterkandidat Detlef Ehlert hatte zu mehreren Gelegenheiten kritisiert, dass die Telecom beim Breitbandausbau „weiße Flecken“ mitten im Stadtgebiet unversorgt bzw. mit minderer Volumenkapazität belässt. Das betrifft zum Beispiel die Straßen Kalkumer Feld und Hochfeld, bestimmte Bereiche um den Naheweg und die Eickert.

Aus den Beratungen des Stadtratsausschusses für Stadtentwicklung und Wirtschaftsförderung (ASW) heraus war die Verwaltung deshalb gebeten worden, bei der Telekom eine erneute Prüfung des Breitbandausbaus mit dem Ziel einzufordern, auch diese und ähnliche weitere Lagen in Erkrath besser mit Bits und Bytes zu versorgen.

Da zwischenzeitlich der Bund und das Land Nordrhein-Westfalen ihre Breitbandversorgungsziele bekräftigt und mit Investitionsförderprogrammen hinterlegt haben, ist es nach Ehlerts Überzeugung an der Zeit, kurzfristig erneut mit der Telekom zu sprechen. Ehlert: „Die räumliche Dichte der Bebauung des Kalkumer Feldes etwa im Vergleich zu den „kleineren“ „Vogelstraßen“ in dem Viertel in Nähe zu den vorhandenen Verteilerstandorten oder auch die unmittelbare Nähe des Hauskomplexes um den Naheweg 23 in Nachbarschaft zu dem Verteilerstandort an der Aral-Tankstelle in Hochdahl lassen nicht darauf schließen, dass es für die Telekom absolut unwirtschaftlich sein könnte, die Versorgungsqualität und Quantität hier lokal aufzurüsten. Das heißt, dass es keinen nachvollziehbaren Grund gibt entweder die Versorgung zu verbessern oder nachzuweisen, warum sich das nicht rechnen sollte“.

In der Ratssitzung am 25. Juni soll die Stadtverwaltung dazu berichten, fordert die SPD.