Tag Archives: Regina Wedding

21Jul/14

Vize-Bürgermeisterin ist ein Meisje – Auch die Rheinische Post stellt Sabine Lahnstein vor

Stellvertretende Bürgermeisterin Sabine Lahnstein

Stellvertretende Bürgermeisterin Sabine Lahnstein

Erkrath. Sabine Lahnstein ist nach Jahrzehnten in den Niederlanden nach Erkrath zurückgekehrt. Die SPD ist Familientradition. Von Isabel Klaas

So ganz angekommen ist Sabine Lahnstein in Erkrath noch nicht. Auf dem Gutshof in Bruchhausen zeugt noch eine Ons-Oranje-Fußball-Flagge davon, dass die neue Vizebürgermeisterin während der WM auch der Nationalmannschaft des Nachbarlandes die Daumen gedrückt hat. Und außerdem, verrät sie ein bisschen kleinlaut, habe sie noch die holländische Staatsangehörigkeit. Und zwar ausschließlich die holländische. „Ich muss mir einfach mal viel Zeit nehmen und die ganzen Formalitäten auf mich nehmen, um mich hier wieder einbürgern zu lassen“, sagt die stellvertretende Bürgermeisterin der SPD. „Natürlich will ich wieder Deutsche sein.“

Nachdem sie einen Holländer geheiratet hatte, ist Sabine Lahnsein für viele Jahre ins Nachbarland in die Nähe von Bergen op Zoom gegangen. Dort hat die gelernte Bürokauffrau zuletzt im Management einer Supermarktkette gearbeitet und zwei Kinder großgezogen: Chantal (heute 31) und Dennis (29). 2002 kehrte sie zurück in die Heimat, um den Betrieb ihres Vaters Volker Lahnstein zu übernehmen. Der macht vor allem Werbeberatung und vertreibt Werbemittel für die SPD und Gewerkschaften. Ein Jahr wohnte Sabine Lahnstein in Hilden, um dann ins sehr idyllische Bruchhausen mitten im Naturschutzgebiet umzusiedeln.

Die Nähe zur sozialdemokratischen Politik wurde ihr quasi vererbt. „Fast die gesamte Verwandtschaft ist in der SPD“, sagt sie. Allen voran ihr Onkel Manfred Lahnstein, der übrigens auch mal stellvertretender Bürgermeister in Erkrath war, und kurze Zeit Finanzminister unter Helmut Schmidt. Aber auch die anderen zwei Onkels sowie der Opa, der Erkrather Hausarzt Walter Lahnstein, waren der SPD zugetan.

Nach neun Jahren Parteizugehörigkeit will nun auch Sabine Lahnstein ihre politische Richtung öffentlich vertreten und für die Erkrather Bürger als Ansprechpartnerin da sein. Zwischenzeitlich hatte sich die 51-Jährige mit Managementerfahrung im Januar dieses Jahres auch mal als hauptamtliche Bürgermeisterkandidatin aufstellen lassen wollen.

„Ich dachte, ein neues Gesicht könnte Erkrath gut tun“, sagt sie unverblümt. „Und Frauenpower an der Spitze eventuell auch.“ Kurzfristig hatte sie sich jedoch aus gesundheitlich Gründen von dem Posten verabschiedet und ihn dem altgedienten Kollegen Detlef Ehlert überlassen. Ein Rücktritt ins zweite Glied ist der Stellvertreterposten für sie nicht: „Ich bin überzeigt von dem, was ich mache“, sagt sie. „Das macht mir Spaß.“

Ganz so viel Zeit wie die Kollegin Regina Wedding von der CDU wird die Geschäftsfrau wohl nicht in die Arbeit der stellvertretenden Bürgermeisterin stecken können. Denn der Familienbetrieb in Bruchhausen muss weiterlaufen. Hilfe hat sie von der Tochter sowie der Schwiegertochter und zwei Aushilfen. „Ich werde mich aber immer bemühen, eine Lösung zu finden, sobald ein Bürger mich anspricht“, sagt sie. Und das wünscht sie sich sehr.

Vier erste öffentliche Auftritte hat Lahnstein jetzt hinter sich: Abi-Feiern in den Gymnasien, den Besuch eines Konzertes der Singpause, eines Projektes für Grundschulkinder. Auch ihre erste Rede hat sie gehalten – vor dem SPD-Kreisparteitag. „Das war nur eine Begrüßung“, sagt sie. Gewöhnt ist sie das freie Reden in der Öffentlichkeit noch nicht. Aber da setzt sie auch auf die Schützenhilfe ihrer Vorgängerin Edeltraud van Venrooy.

Als Ratsfrau sitzt Lahnstein im Haupt- und Finanzausschuss und im Ausschuss für Schule, Sport und Soziales. Kinder und Jugend werden dann auch ihre Schwerpunkte sein. Und das Repräsentieren.

Was sie an Erkrath liebt? „Dass wir hier Natur in Hülle und Fülle haben und dass die Erkrather sich sehr für ihre Heimatstadt engagieren. Gunnar Greuel von der Hochdahler Givebox und seine Idee, eine Eisbahn und ein Winterdorf an den Hochdahler Markt zu holen, findet sie fantastisch. „Das wäre eine Aufwertung für Hochdahl. Ich verstehe nicht, warum sich die ansässigen Geschäftsleute nicht an der Bandenwerbung zur Finanzierung beteiligen“, sagt sie.

Was besser sein könnte? „Vieles müsste schneller gehen und nicht so endlos lange von der Politik diskutiert und debattiert werden“, sagt sie. Die Belebung der Zentren von Alt Erkrath und Sandheide sieht sie problematisch. „Man müsst ordentlich investieren und würde dann vielleicht sehen, dass es trotzdem nicht funktioniert. Das macht doch kein Geschäftsmann.“ Zu Pose Marré steht sie eher kritisch: „Ich weiß nicht, ob die Leute, die dort hinziehen, eine Verbindung zu Erkrath haben und sich hier engagieren.“ Letztlich ist besonders der alte Ortsteil für sie ein Dorf, in dem jeder jeden kennt.

Der Job als Stellvertreterin des Bürgermeisters lässt ihr Zeit genug für ihre Leidenschaften: die Hunde Brownie und Quincy, den Enkel Fynn und Hof und Garten. „Ein Spaziergang am Tag muss sein“, sagt sie. Und auch die Wahlheimat Niederlande ist nicht aus ihrem Leben gestrichen.

Zweimal im Jahr geht es zum Urlaub an die Nordseeküste nach Renesse. Und mehrfach im Jahr geht zum Einkaufen über die Grenze. Saté-Spieße, das „pampige Weißbrot“, Gebäck und Schokolade füllen bei der Rückkehr unter anderem den Kofferraum.

Die Vorliebe für Holland und die Menschen dort hat sie sich erhalten: „Ich lieb die Offenheit, dass man jederzeit jeden ohne Voranmeldung besuchen kann.“ Auch Sabine Lahnstein hält nicht viel von verschlossenen Türen. Sie nimmt sich ein Beispiel an den Holländern: Dort sind die Hintertüren immer geöffnet“, sagt sie. Die Gemütlichkeit der kleinen, gepflegten Orte und das ausgeprägte Wir-Gefühl haben es ihr angetan. Aber zurück zieht es die stellvertretende Bürgermeisterin nicht.

Quelle: RP
12Jul/14

Stellvertretende Bürgermeisterin Sabine Lahnstein im WZ-Portrait

Lahnstein_WZ_140712 Nikolas Golsch interviewt die neue Stellvertretende Bürgermeisterin der Stadt Erkrath, Sabine Lahnstein, SPD, heute in der Westdeutschen Zeitung. Sabine heißt natürlich Sabine und nicht wie in der Bildunterschrift versehentlich angegeben Claudia. Und in der letzten Wahlperiode war Edeltraud van Venrooy von der SPD Erste stellvertretende Bürgermeisterin, nicht Frau Wedding. Aber sonst stimmt’s…

29Mrz/14

Erinnerung darf nie verlöschen…

Uwe Koopmann, Detlef Ehlert

Uwe Koopmann, Detlef Ehlert

Kaum waren die Nazis 1933 an die Schalthebel der Macht gelangt, begann auch schon der Missbrauch von Recht, Gesetz und demokratischen Traditionen. Das betraf auch Erkrath. Denn drei Erkrather Bürger – Emil Schmidt, Peter Hupertz und Otto Lukat – waren 1932 zwar zunächst wegen des Verdachts auf Beteiligung an einer Schießerei festgenommen worden, bei der der Erkrather SS-Mann Kurt Hilmer erschossen worden war. Schließlich entliess die Staatsanwaltschaft allerdings aus Mangel an Beweisen die genannten Mitglieder der KPD aus der Haft. Die Nazis jedoch „rollten“ den Fall 1933 wieder auf und inhaftierten nicht nur diese drei Männer und weitere sieben Gerresheimer, sondern in eine Schauprozess wurden die Erkrather zum Tode verurteilt und am frühen Morgen des 27. März 1934 in der Ulmer Höh‘, dem Düsseldorfer Gefängnis, enthauptet.

An dieses Unrecht erinnern in Erkrath drei Stolpersteine, mit den Namen und biografischen Daten der Ermordeten versehene Messingtafeln auf Pflastersteinen vor den Wohnhäusern der drei an der Schlüterstraße bzw. auf dem Rathelbecker Weg. Die Stolpersteine sind dort vom Kölner Künstler Gunter Demnig 2007 verlegt worden.

Am 80. Todestag fand nun erneut eine Gedenkveranstaltung statt, bei der Stellvertretende Bürgermeisterin Regina Wedding eine Mahnrede hielt und vor allem auch AbiturientInnen des Gymnasiums an Neandertal ergreifende Wortbeiträge beisteuerten. Die Patenschaft über diese drei Stolpersteine hat der Düsseldorfer Lehrer Uwe Koopmann übernommen, der hier auf dem Foto abgebildet, die Gäste der Veranstaltung begrüßt, unter ihnen auch der Erkrather SPD-Ratsfraktionsvorsitzende Detlef Ehlert

01Mrz/13

Isabel Klaas schreibt in der RP: 1200 Unterschriften für den Übergang

1200 Unterschriften für den Übergang

VON ISABEL KLAAS – zuletzt aktualisiert: 01.03.2013

Erkrath (RP). Bürger wollen Protest an Peer Steinbrück weiterreichen. Ausschuss: Wenn die Bahn nicht einlenkt, wird prozessiert.

Der Wirbel um die Schranke in Hochdahl geht weiter. Sie soll im August geschlossen werden. Foto: Dietrich Janicki

Der Wirbel um die Schranke in Hochdahl geht weiter. Sie soll im August geschlossen werden. Foto: Dietrich Janicki

Die Politiker aller Fraktionen machten im Ausschuss für Umwelt, Planung und Verkehr deutlich, dass sie eine Schließung der Bahnschranke in Hochdahl nicht hinnehmen, so lange der benachbarte Bahnhof nicht behindertengerecht ausgebaut ist. „In Zeiten der Inklusion (Integration von Behinderten) ist das undenkbar“, sagte Detlef Ehlert (SPD).

Weniger mobile Bürger könnten nach der Schließung weder auf den Bahnhof noch auf die andere Straßenseite gelangen, ohne einen kilometerlangen Umweg nehmen zu müssen. „Die Bevölkerung ist sehr beunruhigt“, erklärte Ehlerts Parteikollegin und stellvertretende Bürgermeisterin Edeltraud van Venrooy. 1200 Unterschriften will die SPD am kommenden Dienstag an den Kanzlerkandidaten Peer Steinbrück übergeben. Der prominente Bundestagsabgeordnete soll die Unterschriften an Bahnchef Grube und Verkehrsminister Ramsauer weiterreichen.

Ausbau

Die Bahnsteighöhe macht Probleme

Ende vergangenen Jahres teilte die Bahn mit, dass der behindertengerechte Ausbau des Bahnhofs Hochdahl sich um Jahre verzögere. Der Grund: Die Bahn will Züge einsetzen, die eine niedrigere Bahnsteighöhe erfordert. Deshalb hat der Verkehrsverbund Rhein Ruhr (VRR) seine Finanzierungszusage zurückgezogen.

Auch die CDU-Abgeordnete Michaela Noll setzt sich für den Erhalt des beschrankten Bahnübergangs ein. Im Ausschuss zeigte sich die Bahn jedoch recht unbeugsam. Der Vertreter des DB Netzwerkes bezog sich immer wieder auf den 14 Jahre alten Planfeststellungsbeschluss, nachdem die Schranke geschlossen werden sollte, sobald der Neubau der Bergischen Allee abgeschlossen ist. Das ist bereits länger der Fall. „Auch wenn diese Entscheidung vor vielen Jahren getroffen wurde, halte ich dieses Vorgehen nicht für zielführend“, schrieb Noll gestern in einer Pressemitteilung. Einem vorgezogenen Bau der Rampe am Bahnhof Hochdahl räumte die Bahn ebenfalls keine großen Chancen ein. Zumal der Bau einen Stillstand auf der Bahnstrecke mit sich bringe, der Jahre im Vorhinein beantragt werden müsse.

Detlef Ehlert ging hart mit der Bahn ins Gericht: Er erinnerte daran, wie sehr sie der Stadt im vergangenen Jahr Druck gemacht hatte. Innerhalb weniger Monate musste die Stadt der abgespeckten Version einer engen Unterführung und eines Bahnsteigs zustimmen, der für Rollstuhlfahrer teilweise sehr schmal ist.

Sonst wären angeblich die Zuschüsse zum geplanten Ausbau gestrichen worden. „Die Bahn zwang uns, viele Kröten zu schlucken“, sagte Ehlert. „Jetzt fordern wir: Die Bahnschranke muss offen bleiben.“ Sollte sich keine Lösungen abzeichnen, „werden wir prozessieren“, sagte Ehlert und erhielt dafür die volle Unterstützung aller Fraktionen. Der Vorschlag von Regina Wedding, stellvertretende CDU-Bürgermeisterin, die Schranke, wenn schon nicht für Autofahrer, so doch für Fußgänger offen zu lassen, fand großen Anklang. „Wir müssen alle Beteiligten an einen Tisch kriegen und eine Lösung im Sinne der Menschen finden“, betonte Helmut Rohden von der CDU.

An der Entscheidung beteiligt sind Stadt, Kreis, die Behörde Straßen NRW und die Bahn. Außer der Bahn hätten bereits alle ein Entgegenkommen signalisiert. Anfang April soll ein Gutachten des Verkehrsverbundes Rhein Ruhr vorliegen, ob die Gleise 20 Zentimeter angehoben werden können. Dann könnte man die Ausschreibung des Bahnhofausbaus neu starten und schneller mit der Arbeit beginnen.